Langzeitmiete und Operating-Leasing sind beliebte Flottenlösungen: Das Unternehmen nutzt, der Anbieter betreibt. Die Versicherung ist dabei oft „im Paket enthalten“ – was genau enthalten ist, unterscheidet sich jedoch von Konstruktion zu Konstruktion stark. Dieser Artikel liefert eine Landkarte zur Orientierung; maßgeblich ist immer der Miet- bzw. Finanzierungsvertrag selbst.
Bei Operating-Leasing und Langzeitmiete gehört das Fahrzeug dem Anbieter, das Unternehmen ist der Nutzer – die Rolle des Halters und die Aufteilung der Versicherungspflichten sind eine Frage des Vertrags. Die typische Formel: Die Kaskoversicherung liegt wegen des Eigentümerinteresses beim Anbieter, die Kfz-Haftpflichtversicherung ist konstruktionsabhängig geregelt – aber „typisch“ ist hier wenig wert: Maßgeblich ist der Wortlaut des eigenen Vertrags, und den muss man kennen. Zum Hintergrund der Rollen: Halter–Eigentümer–Leasing.
Die Bandbreite der Anbieterpakete ist groß: von der Rundum-Lösung (Versicherung, Service, Reifen, Schadenabwicklung) bis zum schmalen Rahmen. Die typischen Lücken, nach denen man fragen sollte: die Höhe der Selbstbeteiligung und wer sie im Schadenfall trägt, die Zusatzleistungen (Inhalt der Assistanceleistung, Ersatzwagen), die Bedingungen für die Nutzung im Ausland und der Ablauf der Schadenbearbeitung – bei wem der Fahrer meldet, was Aufgabe des Unternehmens ist. Antworten darauf geben der Mietvertrag und die Informationen des Anbieters – bei der Bestandsaufnahme lohnt es sich, auch diesen Dokumentenkreis anzusehen.
Der teuerste Satz in der Flottenwelt lautet: „wir dachten, das sei enthalten“. Bei einem gemieteten Fuhrpark betrifft das typischerweise die Fahrerseite (Unfallschutz – eigener Artikel), die beförderte Ware (Abgrenzung zur Ladung) und die Einzelheiten der Selbstbeteiligungstragung. Die Lösung ist nicht kompliziert: eine einmalige, schriftliche Auflistung des Paketinhalts – und das bewusste Schließen der Lücken dort, wo das Risiko beim Unternehmen liegt.
Bei den meisten Unternehmen ist das Bild gemischt: Die Stammflotte ist eigen oder über Finanzierungsleasing gehalten, daneben stehen gemietete Fahrzeuge. Gute Praxis ist es, beide Welten gemeinsam zu betrachten: In der Fahrzeugliste werden auch die gemieteten Fahrzeuge geführt, mit Kennzeichnung der Konstruktion – so zeigt sich bei der Überprüfung zur Hauptfälligkeit auch, wo das Unternehmen doppelt zahlt (für etwas, das die Mietgebühr bereits enthält) und wo eine Lücke besteht. Auch die Laufzeitenden der Mietverträge lohnt es sich hier zu verfolgen: Verlängerung oder Ablösung ist ebenfalls eine versicherungstechnische Frage.
Der wiederkehrende blinde Fleck gemieteter und geleaster Flotten ist das Laufzeitende: Das Fahrzeug wird zurückgegeben oder ausgekauft, und das Versicherungsbild ändert sich dadurch grundlegend – das Anbieterpaket endet, und um die Deckung des ausgekauften Fahrzeugs muss sich nun das Unternehmen selbst kümmern. Gute Praxis: die Laufzeitenden in der Fahrzeugliste verfolgen und in den Monaten vor Ablauf die Entscheidung vorbereiten – Rückgabe, Verlängerung oder Auskauf, jede der drei mit anderen versicherungstechnischen Aufgaben. Bei der Rückgabe ist auch hier die Zustandsdokumentation (Fotos!) Gold wert: Ein guter Teil der Rückgabestreitigkeiten hängt genau davon ab.
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