Ein Flottenangebot ist auf den ersten Blick eine Tabelle voller Zahlen – und der Blick springt sofort zur Prämienzeile. Doch die Prämie ist nur dann vergleichbar, wenn sie denselben Inhalt abdeckt. Dieser Schnellkurs zeigt in fünf Schritten, worauf Sie vor der Prämie achten sollten.
Lesen Sie zuerst die Deckungsliste: welches Kasko-Niveau neben der Kfz-Haftpflicht, welche Zusatzbausteine, mit welchen Limits. Dasselbe Wort „Kasko“ kann sehr unterschiedliche Inhalte bedeuten. Als Zweites die Selbstbeteiligungen: wie hoch die prozentuale und die Mindest-Selbstbeteiligung ist und ob sie sich nach Kategorie unterscheidet. Hinter dem Prämienunterschied zweier Angebote steckt oft schlicht ein Unterschied bei der Selbstbeteiligung – das ist kein Trick, muss aber erkannt werden.
Die Ausschluss- und Leistungsfreiheitsliste sagt, wann der Versicherer nicht zahlt – wettbewerbsähnliche Nutzung ist ein typischer Ausschluss; Trunkenheit, Fragen zum Führerschein und grobe Fahrlässigkeit sind dagegen typischerweise Leistungsfreiheitsgründe. Bei internationalen Transporten und Auslandsfahrten lesen Sie auch die Zeile zum räumlichen Geltungsbereich: Wo gilt die Kaskoversicherung, wie sieht es mit der Grünen Karte aus – mehr dazu im Artikel zu Auslandsschäden.
In der Flotte entscheidet über den Alltag nicht die Prämie, sondern der Ablauf: Wie und mit welcher Frist lässt sich die An- und Abmeldung von Fahrzeugen melden, wie wird die Schadenstatistik geführt, gibt es ein Flottenportal, wie sieht die Praxis der Schadenregulierung aus. Diese Zeilen sind selten hervorgehoben – in unserer Vergleichstabelle sind sie eigene Kriterien, wie der Artikel zum Angebotsvergleich zeigt.
Wenn eine Zeile nicht verständlich ist, liegt das nicht an Ihnen – ein gutes Angebot lässt sich erklären. Genau das mache ich als Makler: Ich bringe die eingegangenen Angebote in eine gemeinsame Struktur und zeige die Unterschiede, mit Angabe der Quellseite. So wird die Entscheidung nicht zur Vertrauensfrage, sondern zum Vergleich – die Entscheidung liegt dabei immer bei Ihnen.
Der häufigste Fehler, den ich bei Angeboten sehe: Die Prämienzeilen werden verglichen, obwohl die dahinterliegenden Selbstbeteiligungen und Deckungsstufen unterschiedlich sind – also Äpfel mit Birnen. In diesem Fall enthält das „günstigere“ Angebot oft schlicht weniger, und das zeigt sich erst im Schadenfall. Der zweithäufigste Fehler: das Überspringen der Regeln zur An- und Abmeldung – dabei bestimmen gerade diese den Flottenalltag am meisten. Die Lehre aus beidem ist dieselbe: Angebote müssen in eine gemeinsame Struktur gebracht werden, bevor man über sie entscheiden kann. Genau das mache ich bei der Ausschreibung: Die eingegangenen Angebote kommen in eine Tabelle, mit denselben Zeilen – so wird der Unterschied zum Inhalt, nicht zur Typografie. Die Struktur der Tabelle zeigt der Artikel zum Angebotsvergleich.
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