Der internationale Güterverkehr ist die Schwerindustrie der Flottenwelt: Lkw auf den Straßen mehrerer Länder, unter unterschiedlichen Vorschriften. Transportrecht und Genehmigungen sind ein eigenes Fachgebiet – dieser Artikel beschränkt sich auf die versicherungstechnischen Grundlagen: Was gehört dazu, damit der Versicherungsschutz der Flotte auch jenseits der Grenze in Ordnung ist?
Die Grüne Karte bestätigt das Bestehen der Kfz-Haftpflichtversicherung in den Ländern des Grüne-Karte-Systems – sie kann beim Versicherer angefordert werden, und es lohnt sich, vor Fahrtantritt ihre Gültigkeit und ihre Länderliste zu prüfen. Das System und das Format ändern sich von Zeit zu Zeit (mit der zunehmenden Verbreitung elektronischer Formen) – für die jeweils aktuellen Details sind die Auskünfte des Versicherers und des ungarischen Versicherungsverbands MABISZ maßgeblich. Gute Praxis in der Flotte: den Status der Grünen Karte in der Fahrzeugliste führen, mit Verfolgung der Ablaufdaten – bei internationalen Touren gehört das zur laufenden Listenpflege.
Das System der Kfz-Haftpflichtversicherung ist zum Schutz der Geschädigten international abgestimmt – die Kaskoversicherung ist dagegen eine Vertragsfrage: Der in den Bedingungen festgelegte räumliche Geltungsbereich bestimmt, in welchen Ländern die Deckung gilt und ob es ausgeschlossene Gebiete gibt. Beim internationalen Güterverkehr behandeln wir diesen Punkt beim Angebotsvergleich als vorrangig, abgeglichen mit dem Streckenprofil. In denselben Bereich gehört der räumliche Geltungsbereich der Assistanceleistung: Die Abwicklung einer technischen Panne im Ausland hängt von den Abschleppentfernungen und dem Rücktransport ab.
Kabotage – Transporte auf dem inländischen Frachtmarkt eines anderen Landes – ist an Genehmigungs- und transportrechtliche Rahmenbedingungen gebunden; deren Einzelheiten gehören zum Transportrecht und ändern sich von Zeit zu Zeit. Auf der Versicherungsseite ist der Kern einfacher: Die Art der Tätigkeit (internationaler Güterverkehr, Zielländer, Kabotage-Praxis) muss bei der Angebotsanfrage genau angegeben werden, denn davon hängen Risikobild und Prämie ab. Eine genaue Angabe liegt auch hier im eigenen Interesse, nicht als Last – im Schadenfall ist die Abweichung zwischen Realität und gemeldetem Bild die schlechteste Kombination.
In einem fremden Land, in einer fremden Sprache ist die Schadensituation stressiger – deshalb ist Routine hier Gold wert: Die Felder des blau-gelben Europäischen Unfallberichts sind sprachunabhängig identisch, die fotografische Dokumentation funktioniert überall gleich, und die Notrufnummer sowie die Assistance-Nummer sollten im Telefon des Fahrers gespeichert sein. Den vollständigen Ablauf beschreibt der Artikel zum Schaden im Ausland; als Teil der Fahrereinweisung wird eine internationale Ergänzung der Checkliste für den Unfallort empfohlen.
Bei der internationalen Speditionsflotte erweitert sich die Jahresrunde um zwei zusätzliche Punkte. Der erste ist das Grüne-Karte-Audit: Die Karte jedes betroffenen Fahrzeugs ist gültig, die Länderlisten decken die tatsächlichen Strecken ab, die Ablaufdaten werden in der Liste verfolgt. Der zweite ist die Aktualisierung der Relationen: Sind neue Zielländer oder neue Strecken hinzugekommen, müssen die räumlichen Geltungsbereiche und die Assistance-Gebiete neu geprüft werden – die Länderlisten in den Bedingungen aktualisieren sich nicht von selbst. Die transportrechtliche Seite (Genehmigungen, Kabotage-Rahmen) ist das Gebiet der Fachbehörden und Berufsverbände – der Versicherungsbereich läuft parallel dazu, aber getrennt.
Eine Frage speziell zu Ihrer Flotte? Vereinbaren Sie eine kostenfreie 20-Minuten-Beratung →
Kostenfrei und unverbindlich – bringen Sie die Fahrzeugliste und die Schadenliste mit, am Ende kennen Sie den nächsten Schritt.