Wissen · Vorlagen und Glossar

Checkliste für den Unfallort: der Spickzettel fürs Handschuhfach

Diese Liste ist dafür gedacht, ausgedruckt in jedem Flottenfahrzeug im Handschuhfach zu liegen – neben dem Europäischen Unfallbericht. Im Schadenfall arbeitet nicht das Gedächtnis, sondern das Papier: von oben nach unten, Punkt für Punkt. Die ausführlicheren Erklärungen finden Sie in der Vorlage für die interne Schadenordnung – hier die verdichtete Fassung.

Kurz gefasst:
  • Die ersten fünf Minuten am Unfallort entscheiden über den Ausgang des Schadenfalls – die Liste macht diese Minuten fehlersicher.
  • Die Reihenfolge: Sicherheit → Fotos → Unfallbericht → Angaben → Meldung an das Unternehmen.
  • Was Sie unterlassen sollten: ein Schuldanerkenntnis, ein Streitgespräch vor Ort, das Unterschreiben einer unbekannten Erklärung.
  • Im Ausland gilt dieselbe Liste – zuzüglich Grüner Karte und der sprachunabhängigen Felder des Unfallberichts.

Die Liste (druckfertige Fassung)

Die drei Verbote

Erkennen Sie am Unfallort kein Verschulden an – halten Sie die Tatsachen fest, die Entscheidung liegt beim Versicherer. Lassen Sie sich nicht auf einen Streit ein: Bei Uneinigkeit kommen beide Standpunkte auf den Unfallbericht, alles Weitere ist nicht Sache der Unfallstelle. Unterschreiben Sie keine Erklärung – besonders nicht in einer fremden Sprache –, die Sie nicht verstehen: Auch das lässt sich im Bemerkungsfeld vermerken. Diese drei Regeln retten mehr Schadenfälle als alles andere – den Hintergrund liefert der Artikel zum Unfallbericht.

Ergänzung fürs Ausland

Im Ausland gilt dieselbe Liste, mit drei zusätzlichen Punkten: ☐ die Grüne Karte griffbereit (vor Abfahrt geprüft); ☐ der Unfallbericht lässt sich anhand der nummerierten Felder ausfüllen – die Gegenseite schreibt in ihrer eigenen Sprache dasselbe; ☐ die Assistance-Nummer im Telefon gespeichert (Abschleppen, Weiterreise). Der vollständige Ablauf im Ausland: Schaden im Ausland und Grüne Karte.

Wie kommt sie ins Handschuhfach?

Ausdrucken, laminieren (übersteht das Handschuhfach), und in jedem Fahrzeug neben dem Europäischen Unfallbericht bereitlegen – genau das ist einer der Punkte der Checkliste zur An- und Abmeldung. Bei der Einweisung sollte sie einmal mit den Fahrern durchgegangen werden – fünf Minuten, jährlich aufgefrischt. Auf Wunsch erstelle ich die Liste auch ergänzt um die Angaben Ihres Unternehmens (Name und Nummer des Fuhrparkleiters, Kanal), druckfertig.

Warum Papier, warum laminiert?

Eine berechtigte Frage, warum keine App: weil die Schadensituation der denkbar schlechteste Moment für technisches Experimentieren ist. Am Unfallort kann das Telefon leer sein, es kann kein Empfang bestehen, die Hand kann zittern, es kann regnen – das laminierte Blatt ist dagegen immun. Die digitale Ebene ist die zweite Verteidigungslinie: das Foto der Liste auf dem Telefon, die Assistance-Nummer in den Kontakten, die Versandadresse für das Foto des Berichts im Voraus eingerichtet. Beides zusammen ergibt das gute System: Papier am Unfallort, Digitales bei der Weiterleitung. Und eine Kleinigkeit, die viel ausmacht: Die Liste sollte im Handschuhfach gut sichtbar liegen – ein Spickzettel, der auf den Boden des Fachs gerutscht ist, existiert im Ernstfall nicht.

Eine Frage speziell zu Ihrer Flotte? Vereinbaren Sie eine kostenfreie 20-Minuten-Beratung →

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt weder ein Angebot noch eine versicherungsfachliche Beratung dar. Die konkreten Deckungen, Ausschlüsse und Prämien richten sich nach den jeweils geltenden Vertragsbedingungen der Versicherer – bei einer Angebotsanfrage lohnt es sich, diese Punkt für Punkt durchzugehen.

Verwandte Artikel

Besprechen wir in 20 Minuten, was der Markt für Ihre Flotte bietet.

Kostenfrei und unverbindlich – bringen Sie die Fahrzeugliste und die Schadenliste mit, am Ende kennen Sie den nächsten Schritt.

Termin vereinbaren