Eine konkrete Prämie verspricht dieser Beitrag nicht – seriös ließe sich das auch gar nicht: Die Flottenprämie entsteht aus den Daten des Fuhrparks, in einem individuellen Angebot. Was er aber zeigt, ist die Logik, mit der der Versicherer auf die Flotte blickt. Wer das versteht, weiß, wovon die eigene Prämie abhängt – und woran sich etwas ändern lässt.
Der Versicherer betrachtet die Flotte als Portfolio: wie viel Prämie eingegangen ist, wie viel an Schäden ausgezahlt wurde und wie sich die Schäden zusammensetzen – viele kleine Blechschäden oder seltene, große Schäden. In der Regel wird der Schadenverlauf mehrerer Jahre berücksichtigt, sodass ein einzelnes schlechtes Jahr allein nicht entscheidend ist, ein anhaltender Trend sich aber in der Prämie niederschlägt. In die Schadenquote kann auch die Rückstellung für offene – noch nicht abgeschlossene – Schäden einfließen: auch deshalb ist es wichtig, dass Schadenfälle nicht liegen bleiben. Details zu dieser Kennzahl: der Beitrag zur Schadenquote.
Ein gleich großer Fuhrpark kann zwei ganz unterschiedliche Risiken bedeuten: Die tägliche städtische Zustelltour ist etwas anderes als das Vertretungsfahrzeug mit ein paar Fahrten im Monat; der Kleintransporter auf der Baustelle ist etwas anderes als die Büroflotte. Zusammensetzung (Kategorien, Werte, Alter) und Art der Nutzung sind daher die zweite Schicht der Preisbildung – und zugleich ein Argument: Ein genau beschriebener, geordneter Fuhrpark ist eine bessere Ausgangslage als ein unsicherer Datenbestand. Das Werkzeug für diese Beschreibung ist die Fahrzeugliste.
Nach oben typischerweise durch einen sich verschlechternden Schadenverlauf – nach unten durch einen sich verbessernden Trend, den Wettbewerb am Markt und eine kluge Struktur (Selbstbeteiligungs-Politik, Deckungsstufen). Deshalb sagen wir: Der größte Hebel für die Flottenprämie ist mittelfristig die Schadenverhütung – der Beitrag zum Programm zeigt, was funktioniert. Wichtig ist dabei klarzustellen: Ein konkretes Rabattversprechen lässt sich seriös nicht abgeben – eine gute Position lässt sich aufbauen, das Ergebnis bringt die Verhandlung.
Zur Hauptfälligkeit ist die Formel einfach: geordnete Liste + saubere Schadenliste + Angebote mehrerer Versicherer in einer Tabelle. Bei einem guten Schadenverlauf ist das Ziel, dass sich das in der Prämie zeigt; bei einem schwächeren geht es um eine realistische Prämie und die Darstellung der laufenden Verbesserungsmaßnahmen. So ist die Schadenquote kein Urteil, sondern ein Arbeitsinstrument – damit messen wir, was die Flotte auf dem Versicherungsmarkt wert ist. Der Ablauf: Jahresroutine zur Hauptfälligkeit.
Das Wissen um die Logik zahlt sich erst aus, wenn daraus eine Frage wird. Vier Fragen, die sich jeder Fuhrparkleiter einmal im Jahr stellen sollte: Wie hoch war unsere Schadenquote in den letzten Jahren, und in welche Richtung entwickelt sie sich? Was zeigt die Struktur der Schäden – viele kleine oder wenige große? Wann war unsere Prämie zuletzt im Marktvergleich? Und: Wurde eine Verbesserung – falls vorhanden – bereits in der Prämie berücksichtigt? Wenn die Antwort auf eine dieser Fragen „weiß ich nicht" lautet, ist das kein Problem, sondern ein Ausgangspunkt: Die Schadenstatistik lässt sich anfordern, die Liste zusammenstellen, der Markt ausschreiben. In dieser Reihenfolge – und in der Regel innerhalb einer einzigen Runde zur Hauptfälligkeit – lässt sich das alles ordnen.
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